steinerdez1918

Zurück

Dies ist G o o g l e s Cache von http://bewegung.virtualave.net/Rundbrief_Archiv/Rundbrief8_99.html.
G o o g l es Cache enthält einen Schnappschuss der Webseite, der während des Webdurchgangs aufgenommenen wurde.
Unter Umständen wurde die Seite inzwischen verändert.Klicken Sie hier, um zur aktuellen Seite ohne Hervorhebungen zu gelangen.
Um einen Link oder ein Bookmark zu dieser Seite herzustellen, benutzen Sie bitte die folgende URL: http://www.google.com/search?q=cache:q9FnSPIMue8J:bewegung.virtualave.net/Rundbrief_Archiv/Rundbrief8_99.html+rudolf+steiner+dez+1918&hl=de&lr=lang_de&ie=UTF-8


Google steht zu den Verfassern dieser Seite in keiner Beziehung.
Diese Suchbegriffe wurden hervorgehoben:  rudolf  steiner  dez  1918 


Click to learn more...

Nr. 10!

Berlin-Brandenburger


 


mit

Artikeln

zu:

 

 

 

 

 

 

 

Ø Rußland

Ø      der Dreigliederung inklusive Interview

Ø      der Situation von Mitbestimmungs- rechten sowie

Ø     mit Terminen, Seminaren...

 

   Vorwort von Thomas Middelmann                                  3

II.: Zur Dreigliederung des soz. Organismus         4 

Versuch einer bildhaften Darstellung                 8

Dreigliederung in den Schulen                            11

           Zukunftsweisende Initiativen zur Vorbe-

            reitung von Volksentscheiden                            12

Geld und Arbeit in der sozialen Skulptur          16

???Anthroposophie ist praktisch!“ Interview         17

           Neues vom ???Forum Freie Mitbestimmung“          20

Mundtot in Berlin                                                21

Der Jugendwettbewerb ???Ganz anders“               27

Tagung in Kiev: Ost-West-Mitte                         28

Zeitpunkte                                                            29

 

Rubriken

Seite 24:

Schwerpunkt:

Rußland in der Krise

 

 

Termine:

 Seite 15

 

 

————————————————————————————————————

Herausgeber:

Bewegung für soziale Dreigliederung e.V.

 

Anschrift:

c/o Jonas Grätz

Bertastr. 6, 13467 Berlin

Fax: 089/6661727661

e-mail: jonas.g@internet-free.de

 

Redaktion:

Moritz Christoph (M.C.)

Thomas Middelmann (T.M.)

Jonas Grätz (J.G.)

Mit vollem Namen gekennzeichnete Beiträge erscheinen

 unter Verantwortung des Verfassers.

V.i.S.d.P.: Thomas Middelmann

Druck: Mit freundlicher Unterstützung der Waldorfschule Kreuzberg

 


 

Liebe Leserinnen und Leser,

 

Wir freuen uns, daß nun die zehnte Ausgabe des Rundbriefes in Ihren Händen liegt, und hoffe, daß sie Ihnen gefällt. Wir würden uns über einen kurzen Brief mit Ihrer Meinungsäußerung freuen. Denn wir möchten den Rundbrief so weit wie möglich verbessern, und wer könnte uns dies bezüglich bessere Ansätze liefern als Sie?

Ein weiterer Punkt, der uns beschäftigte, war, wie man die durch Herstellung und Versand entstehenden Kosten am besten deckt. Es gibt die Möglichkeit entweder einen Preis festzulegen oder weiterhin die entstehenden Kosten auf Spendenbasis zu begleichen. Allerdings muß man sagen, daß dies bei der letzten Ausgabe nicht ganz so gut geklappt hat. Da Preisverhandlungen, das Assoziationswesen und die zu entstehende Brüderlichkeit im Wirtschaftsleben diese Frage betreffen, wollen wir es als ein Thema für eine kurze Tagung wählen, welche Anfang nächsten Jahres stattfinden soll (siehe nächste Ausgabe).

Bedanken möchten wir uns für die vielen  positiven Bekundungen, die uns, wegen der Neuaufnahme der Herausgabe des Berlin-Brandenburger Rundbriefes, zukamen. In dieser Ausgabe möchten wir die Umsetzungen der, der Dreigliederung zu Grunde liegenden, Ideen am Beispiel einer Autowerkstatt (Seite 17) beschreiben und auch zu besserem Verständnis der Dreigliederung beitragen. Das Gespräch über den Ost-West Konflikt (siehe Titelbild) soll durch eine umreißende Beschreibung der derzeitigen Situation begonnen werden.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim lesen sowie hoffentlich gute Anregungen und Denkanstöße und bedanken uns ganz herzlich für alle eingegangenen Artikel.

i.a.d.Red. T.M.

 

 

 

 

 

II. Stichworte zur Dreigliederung des sozialen Organismus

Einige grundsätzliche Überlegungen zur Finanzsituation des Bildungswesens

Die rasante Globalisierungstendenz der Wirtschaft im ???Informationszeitalter“ (wie sie etwa in dem Buch ???Die Globalisierungsfalle“ von H.-P Martin und H. Schumann beschrieben wird) hat nicht nur ein anfängliches Bewußtsein der daraus folgenden Konsequenzen für die (National-)Staaten und deren Sozialsysteme geweckt, sondern immer deutlicher zeigt sich gerade im Laufe dieser Entwicklung die Aktualität der Forschungsergebnisse Rudolf Steiners, insbesondere seiner Idee der sozialen Dreigliederung.

 

Rudolf Steiner betonte oft, daß diese Idee nicht aus theoretischen Erwägungen entsprungen ist, sondern aus der ???Beobachtung des (sozialen) Lebens“ selbst. Mittlerweile haben sich viele der von Steiner beobachteten Tendenzen klar herauskristallisiert, und in mancher wissenschaftlichen Analyse tauchen schon - gewiß zumeist noch schattenhaft - der sozialen Dreigliederung verwandte Gesichtspunkte auf. So spricht beispielsweise der amerikanische Wissenschaftsjournalist Jeremy Rifkin von drei sich deutlich abzeichnenden ???Sektoren“: Als 1. Sektor“ bezeichnet er die, mit im­mer weniger Menschen auskommende (aber immer finanzkräftigere), globale Konzern-Wirtschaft. Als ???2. Sektor“ sieht er den notgedrungen immer schlanker werdenden Staat und den Dienstlei­stungsbereich der Gesellschaft (sowie alle staatlich finanzierte Bildung und Kultur etc.). Und als ???3. Sektor“ schließlich kennzeichnet Rifkin den wachsenden Bereich der individuellen Menschen, die im wirtschaftlichen und staatlichen ???Sektor“ keine

Arbeit mehr finden, nun aber freie Zeit hätten, sich kulturellen und sozialen Aufgaben zu widmen was primär nur dadurch verhindert erscheint, daß gerade hier die finanziellen Mittel fehlen, die sich im ???1. Sektor“ als ???Gewinne" häufen.

 

Diese drei ???Sektoren“ kann man eine Drei-Teilung nennen, denn noch läßt Rifkin es offen, diese gesellschaftliche Entwicklung zu einer ganzheitlichen Drei-Gliederungs-Anschauung zu vollenden, wie sie Steiner leistet. Doch läßt Rifkins Analyse schon ahnen, wovon Steiner oftmals spricht, daß nämlich die naturwissenschaftliche Denkungsart, wenn sie sich nur treu bleibt, selbst zu einem Verständnis der Ergebnisse von Steiners Geistes-Wissenschaft kommen wird. So weit kommt Rifkin noch nicht, er wagt es noch nicht aus seiner Beobachtung, wirklich denkend,



die Idee zu bilden. Deshalb thematisiert auch er die altbekannte Forderung, den Staat als Anwalt einer neuen Verteilungsgerechtigkeit zu stärken. Auch z.B. die Flensburger Initiative ???Aktion mündige Schule“, die rechtliche Gleichstellung von Staatsschulen und Schulen in freier Trägerschaft fordert, verknüpft diese sinnvolle Forderung mit dem Kurzschluß 100-prozentiger staatlicher Subvention (Die Unklarheit in dieser Problematik zeigt sich auch in der Namensgebung: denn klarzustellen wäre, ob es überhaupt um ???mündige Schulen“ gehen kann, oder ob es sich nicht vielmehr um die Anerkennung der Mündigkeit jedes volljährigen Menschen handeln müßte.).

Rudolf Steiner geht den entscheidenden Schritt weiter: ???Nicht darum handelt es sich, Rezepte zu finden, um die antisozialen Triebe zu bekämp­fen, sondern darauf kommt es an, die gesellschaftlichen Einrichtungen, die Struktur, die Organisation desjenigen, was außerhalb des menschlichen Individuums liegt, was das menschliche Individuum nicht umfaßt, so zu gestalten, so einzurichten, daß ein Gegengewicht da ist für dasjenige, was im Innern des Menschen als antisozialer Trieb wirkt. Daher ist es so notwendig, daß der Mensch in diesem Zeitraum mit seinem ganzen Wesen ausgegliedert wird von der sozialen Ordnung. Sonst kann das eine und das andere nicht rein sein.“ (12. Dez. 1918)

 

Damit ist das entscheidende Stichwort zum Verständnis Rudolf Steiners sozialer Dreigliederung gegeben: denn, ???daß der Mensch in diesem Zeitraum mit seinem ganzen Wesen ausgegliedert wird von der sozialen Ordnung“, das heißt nichts anderes, als den Menschen nicht allein aus seinem gesellschaftlichen Nutzen und seiner wirtschaftlichen Produktivität zu definieren, sondern ihn als seelisch-geistiges Wesen zu erfassen, damit das freie Individuum und eine allgemein menschliche Rechtsordnung zur Geltung kommen kann. Hier liegt der Schlüssel für Steiners polares Verständnis von Wirtschaftsleben und Geistesleben: Das Wirtschaftsleben (das ???1. Glied des dreigliedrigen soz. Organismus“) hat es nur zu tun mit all dem, ???was der Mensch braucht aus der Natur und aus seiner eigenen Produktion heraus, mit Waren, Warenzirkulation und Warenkonsum“; das Geistesleben (das ???3. Glied“) bezieht sich auf ???alles dasjenige, was beruht auf der natürlichen Begabung des einzelnen menschlichen Individuums, was hineinkommen muß in den sozialen Organismus auf Grundlage dieser natürlichen, sowohl der geistigen wie der physischen Begabung des einzelnen menschlichen Individuums“; und das Rechtsleben (als ???2. Glied“) kann es nur zu tun haben ???mit all dem, was sich aus rein menschlichen Untergründen heraus auf das Verhältnis von Mensch zu Mensch bezieht“ (diese drei Zitate aus ???Die Kernpunkte der soz. Frage“ von R. Steiner).

Oft noch wird die soz. Dreigliederung mit dem ???platonischen Ständestaat“ verwechselt, als ginge es Steiner um die gesellschaftliche Teilung:

???Lehrstand“ (z.B. Lehrer, Künstler); ???Wehrstand“ (z.B. Politiker, Militär, Beamte); ???Nährstand“ (z.B. Unternehmer, Fabrikarbeiter). ???Die Menschen werden weder in Klassen noch in Stände sozial eingegliedert sein, sondern der soziale Organismus selbst wird gegliedert sein. Der Mensch aber wird gerade dadurch wahrhaft Mensch sein können.“ (???Die Kernpunkte...“) Steiner vollzieht also etwas grundlegend anderes: er beschränkt den Begriff des Wirtschaftslebens auf das (End-)Produkt - die Ware - des Wirtschaftsprozesses, der Mensch ist ???ausgegliedert“. Steiners Begriff des Geisteslebens umfasst demgegenüber das Fähigkeitenpotential - jedes menschlichen Individuums -??????von den höchsten geistigen Leistungen in der Kunst, in der Wissenschaft, im religiösen Leben bis herab zu jener Form der Anwendung individueller menschlicher Fähigkeiten, wie sie mehr oder weniger im Seelischen oder im Körperlichen begründet sind, bis zu jener Anwendung individuell-menschlicher Fähigkeiten, die im gewöhnlichsten materialistischen Prozesse verwendet werden müssen, der auf kapitalistischer Grundlage beruht, bis in den Wirtschaftsprozeß hinein, den man gewöhnlich mit einem absprechenden Worte den materiellen Bereich nennt“. (11. März 1919)

 

Viele schon von Steiner thematisierte Zeitforderungen sind mittlerweile - oft gegen den erheblichen Widerstand Ewig-gestriger - zu Lebenstatsachen geworden. So galt es beispielsweise noch vor vielleicht zwanzig Jahren als verpönt, Post und Bahn aus staatlicher Verwaltung dem rein wirtschaftlichen Markt übergeben zu wollen. Dies, was also der Druck der Globalisierung in der Zwischenzeit bewirkt hat, findet sich allerdings schon in Rudolf Steiners Schrift ???Die Kernpunkte der sozialen Frage“ deutlich ausgesprochen: ???Die Bestrebung, mit der führende Kreise der Menschheit begonnen haben und die zur Überleitung gewisser Wirtschaftszweige (Post, Eisenbahn usw.) in das Staatsleben geführt hat, muß der entgegengesetzten weichen: der Herauslösung alles Wirtschaftens aus dem Gebiete des politischen Staatswesens“. Doch was für die Wirtschaft mit einer in gewisser Weise berechtigten Naturnotwendigkeit (durch neue Möglichkeiten der Technik, durch Rationalisierungs- und Effektivierungs-Gesichtspunkte etc.) erfolgt, das kann nicht in gleicher Weise für Einrichtungen der Fähigkeitsbildung


gelten; denn nicht die Freiheit des Geisteslebens wäre das Resultat, wenn z.B. Schulen den Kriterien des Marktes überlassen würden, sondern die Verknechtung unter die Dynamik materialistischer Wirtschaft. Und doch wird sich noch mancher gegen folgende Worte Rudolf Steiners sträuben: ???Nehmt dem Staat die Schulen ab, nehmt ihm das geistige Leben ab, gründet das geistige Leben auf sich selbst, laßt es durch sich selbst verwalten, dann werdet ihr dieses geistige Leben nötigen, den Kampf fortwährend aus seiner eigenen Kraft zu führen, ... dann wird das geistige Leben auch der Verwalter des Kapitals sein“. (21. März 1919)

Mit einer nur auf Sinnenfälliges ausgerichteten Wissenschaftlichkeit ist einer solchen Aussage wohl wahrlich kaum zu folgen; deshalb muß, bevor ???praktische“ Vorschläge zur Lösung der Finanzkrise im Bildungswesen gegeben werden können, gesagt werden: ???Gerade wer es ehrlich meint mit der sozialen Frage in der Gegenwart, der muß immer wieder und wiederum betonen:

Notwendig ist vor allen Dingen eine freie Entfaltung geistiger Wissenschaft. Das ist nicht irgendwie die Einführung eines Unpraktischen in das gegenwärtige Leben, sondern das ist das Allerallerpraktischste, weil es unmittelbar, wirklich notwendig ist“. (Rudolf Steiner, 22. März 1919)

 

Thomas Brunner

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Versuch einer bildhaften Darstellung


 


Das Wirtschaftsleben spannt sich zwischen der Arbeit auf der einen Seite und den Rohstoffen, den Produktionsmitteln also der Erde oder Natur auf der anderen Seite aus. Mit angewendete Arbeit, auch durch die Fähigkeiten generell, wird in die Natur, die die Produktionsgrundlage für die Wirtschaft ist, eingegriffen. Durch diesen Eingriff wird ein Stück Natur herausgelöst und in den Wirtschaftskreislauf, die Konsumsphäre hochgehoben. Dort wird es verbraucht und sinkt in die Natur zurück. Aber jeder Eingriff in die Natur wirkt sich gleichzeitig auf die angewendeten Fähigkeiten aus. Es findet eine Fähigkeitsentwicklung statt, die um so intensiver ist, je bewußter und mit größerer Anteilnahme dieser Eingriff vollzogen wird. Zwischen den beiden Polen Fähigkeiten und Natur findet sich ein reges Auf und Ab , eine fortwährende Metarmorphose sowie die Möglichkeit zu einer Weiterentwicklung.


Als Skizze veranschaulicht:

Doch heute führt das Wirtschaftsleben ein dominierendes Eigenleben. Da das Rechtsleben nicht ergriffen wurde und so das Wirtschaftsleben nicht in eine gesunde Beziehung mit dem gesamten Organismus gesetzt ist. Auch wurde dem Geistesleben nur ungenügend Raum zur eigenen Entfaltung geschaffen.

Aus diesen Gründen drückt heute die Sphäre der Wirtschaft, die in der Zeichnung als Kuppel dargestellt wurde, auf den gesamten Organismus ausübt (siehe Pfeile) und deformiert ihn dadurch, was zum Beispiel


 



im Rechtsleben durch den Lobbyismus in der Politik oder durch den Versuch des MAI zum Ausdruck kommt. Das Geistesleben dagegen droht regelrecht erdrückt zu werden.

Wie kann man diesem entgegenwirken? Man muß das Rechtsleben bewußt ergreifen. Es muß die Balance zwischen Geistes- und Wirtschaftsleben herbeiführen, so daß das Geistesleben den gesamten Organismus durchziehen kann. Diese Kräfte der Balance oder der Mitte finden, heißt Christus als den Richter und Führer der Gemeinschaft im Rechtsleben auferstehen lassen.

Nun wollen wir das entstandene Bild ein wenig abrunden. Kann die obere Sphäre in der Zeichnung, das Wirtschaftsleben, beobachtet werden und wird selbst überhaupt erst von den Menschen gestaltet, so ist es unsichtbar, woher die Fähigkeiten befeuert werden oder was die Substanz der Erde zur Verfügung stellt. Die obere Halbschale wird deshalb mit Tagesseite und die untere mit Nachtseite charakterisiert.

Betrachtet man hingegen die beiden Pole genauer, so stehen sich mit


 


den Fähigkeiten ein lebendiges Potential und mit der Erde ein verhärtetes Potential gegenüber, was von dem ersteren durch den Menschen aufgelockert, umgewandelt und nutzbar gemacht, bzw. befruchtet werden möchte.

Blickt man auf die Tagesseite, dann sieht man, daß dort zwar immer Zukünftiges geschaffen wird, – sei es dadurch, daß die Natur in den Konsumkreislauf herreingehoben wird oder das sich bei diesem äußeren Produktionsprozeß die inneren Fähigkeiten entwickeln – aber alles der Wandlung, also hier der Vergänglichkeit, unterliegt. Von der Nachtseite kommen die Kräfte, die uns einerseits als Fähigkeiten zur Verfügung stehen oder uns andererseits in der verhärteten Natur begegnen; es sind Grundlagen, die auf der Vergangenheit beruhen und diese Seite bedeutet die waltende Ewigkeit.

Wird die obere Halbkugel als Spannung des Wirtschaftsleben bezeichnet, so soll die

untere als Spannung des Kräfte-/Weisheitsbereiches bezeichnet werden.

 

M.C.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 


Bereits seit einiger Zeit planten wir Schulbesuche zum Thema Dreigliederung und gesellschaftliche Problembewältigung. Ende des vergangenen Schuljahres bestand die erste Möglichkeit. Wir bekamen in der Freien Waldorfschule Kreuzberg drei Sozialkundestunden zur Verfügung gestellt. In der ersten Stunde trugen wir in kleinen Gruppen die gegenwärtigen Probleme zusammen, und kamen dann in der zweiten und dritten Stunde über mögliche Lösungsansätze auf die Dreigliederung zu sprechen.

Das Interesse der Schüler der zwölften Klasse, die sogar eine Freistunde freiwillig zur Verfügung stellten, bestärkte uns darin, Schulbesuche weiterhin anzubieten. Mit Hilfe der gewonnenen Erfahrungen konnten die ersten Umsetzungsprobleme gelöst werden.

Bei Interesse können Sie sich gerne an uns, über die hinten genannte Redaktionsadresse, wenden.

 

d. Red.

 

 

 

 

Arbeitsgruppe zur Schulfreiheit

 

Ziel dieser Arbeitsgruppe zur Schulfreiheit ist es, speziell für das Bundesland Berlin eine begründete Gesetzesvorlage zum freien Bildungswesen zu erarbeiten. Wir beschäftigen uns deshalb in der Arbeitsgruppe erst mit dem allgemeinen Hintergrund für die Forderung nach Bildungsfreiheit, um dann auf die Berliner Situation eingehen zu können. So soll auch mit der ???Aktion mündige Schule“, die in Schleswig-Holstein einen Volksentscheid zur Bildungsvielfalt organisiert, zusammengearbeitet werden.

Interessenten, die herzlich gesucht werden, wenden sich bitte an:

Moritz Christoph     Tel/Fax 845 088 41

 

 

 

 

 

2. Zukunftsweisende Initiativen zur Vorbereitung von Bürgerentscheiden und Volksbegehren

Zu einem gut laufenden Bürgerbegehren (kommunale Bürgerabstimmung) oder Volksbegehren (landesweite Volksabstimmung) gehört unbedingt eine der Stimmabgabe vorausgehende intensive und breite Information sowie eine öffentliche Diskussion zu den Abstimmungssachverhalten. Es wird sozusagen eine zu lösende Frage zur öffentlichen Bearbeitung gestellt. Ein großer öffentlicher Lerneffekt ist in jedem Fall eine Folge dieser Bearbeitung.

Als erste und vornehmliche Aufgabe geht es, wie erwähnt, überhaupt erst einmal darum, bürgerfreundliche, also anwenderfreundliche Möglichkeiten für Bürger- und Volksbegehren und Entscheide durchzusetzen. Speziell der Verein ‘Mehr Demokratie e. V.‘ macht sich einen Namen im Einsatz um Einführung und Verbesserung der sogenannten Volksgesetzgebung, wie sie auch im Grundgesetz als Möglichkeit angelegt ist Die ‘Omnibus - Gemeinnützige GmbH für Direkte Demokratie‘ unterstützt diese Initiativen. Dieses kürzlich gegründete gemeinnützige Unternehmen baut auf eine von Johannes Stüttgen (Meisterschüler von Joseph Beuys) angeregte künstlerische Initiative im Politikfeld auf. Es handelt sich um den ‘Omnibus für Direkte Demokratie in Deutschland‘. Dieser wurde jahrelang als augenscheinliche Realität durch die Lande gefahren, um das Thema publik zu machen. Die nun gegründete und daran anknüpfende Initiative läßt diesen Bus sozusagen auf der Ebene des Geistes ‘weiterfahren‘. Von den Entwürfen dieser gGmbH soll nun berichtet werden. In ihrer programmatischen Schrift, die sich bewußt “Unternehmensbeschreibung“ nennt und den Titel ‘Soziale Skulptur Deutschland‘ trägt, werden eine ganze Reihe von Initiativen vorgestellt die die Volksgesetzgebung, gleich nach deren Installation und Verbesserung, nutzen sollen.

Als erstes führt sie das Bürgerbegehren ‘Unser München aus der Schuldenfalle‘ an. Worum geht es dabei? Es soll per Bürgerbegehren eingeführt werden, daß die Bürger der Stadt München in Sachen kommunales Finanzwesen in Zukunft Mitsprachemöglichkeiten erhalten. Es geht vor allem darum, daß, beginnend mit dem Bürgerbegehren selbst, das Potential der kreativen Intelligenz der Münchner und Münchnerinnen zur Lösung des Schuldenproblems der Stadt (8 Milliarden DM) als ldeenquell einbezogen werden soll. Es ist bislang an einen ldeenwettbewerb als Bürgergutachten, als Qualitätszirkel von städtischen Mitarbeitern und von Experten gedacht. Dazu gehört unweigerlich eine Transparenz der jeweils aktuellen Finanzsituation, eine der Öffentlichkeit bekannte Haushaltsplanung und die Einführung der Zielkontrolle. Das Bürgerbegehren wurde in zwei Broschüren dargestellt und im Oktober 97


 


begann die Sammlung der 30.000 notwendige Unterschriften. Man muß wissen, in Bayern gibt es schon eine durch Volksbegehren selbst eingeführte sehr weitreichend anwenderfreundliche Möglichkeit zum kommunalen Bürgerentscheid, der hierbei zur Anwendung kommt.

 Der zweite ???Programmpunkt‘ ist ein Volksbegehren, dass zunächst in Bayern durchgeführt werden soll. Es heißt: ‘Gemeinde- und Städtefreiheit‘. Dieses Volksbegehren läuft auf eine Finanzautonomie und die daran gekoppelten Entscheidungskompetenzen - und auf diesem Wege überhaupt auf mehr Gemeinde- und Städtefreiheit - hinaus. Schon die Diskussion dieses Volksbegehrens kann zu einem Qualitätssprung der Sichtweise auf das Verständnis und Selbstverständnis der Städte und Gemeinden führen. Diese können endlich (!) als dezentraIe öffentliche Unternehmen begriffen und aufgefaßt werden. Hätte dieses Volksbegehren Erfolg, wäre ganz nebenbei ein Gegengewicht und damit eine Ausbalancierung zur zunehmenden Globalisierung von rechtlichen und administrativen Kompetenzen erreicht. Der Nationalismus hätte weniger Sinn und könnte sich in Richtung Lokalpatriotismus einerseits und Globalbewußtsein andererseits auflösen oder würde so vielleicht sogar ganz verschwinden. Es ist beabsichtigt daß das Land die Kommune nur noch zu Leistungen verpflichten können soll, wenn das Land bereit ist, diese auch zu bezahlen. Unbeantwortet bleibt bisher, was geschieht, wenn die Kommune Maßnahmen ergreift, die eine oder mehrere andere Kommunen oder noch größere Gebiete tangieren. Diese und andere noch offene Fragen, zeigen. daß sich dieses Projekt in der Recherche- und Ausarbeitungsphase befindet.

 

Das nächste Projekt könnte für die Leserschaft einer anthroposophischen Zeitschrift von besonderem Interesse sein. Es geht um Schul- und Hochschulfreiheit. Bei diesem Volksbegehren soll es nicht nur um die Befreiung vom staatlichen Gängelband gehen, sondern auch um die Bewahrung vor der drohenden Bevormundung seitens privaten Kommerzes.

 

Die Hochschulen sollen weitgehend von den Studenten bestimmt werden. Ich frage mich, ob denn (inzwischen) die Dozenten und Ausbilder überhaupt nicht mehr wissen, was gut wäre. Würde dieser Vorschlag, so wie er vorgedacht wurde, sich durchsetzen, könnte es schwer für sie werden, sich in studentenbestimmten Bildungseinrichtungen überhaupt noch recht ???beheimaten‘ zu können. Es ist weiter vorgedacht, daß durch je nach Fachrichtung unterschiedliche pauschale “Kopfbeiträge“, die die Hochschule für jeden aufgenommenen Studenten erhält, sich die Einrichtung finanziert und dadurch völlig autonom, d.h. damit auch frei von der bisher üblichen staatlichen Reglementierung werden würde. Dadurch entstehen ein Konkurrieren und Werben um die Studenten und weitgehende Ausrichtung auf die Studenten. Denkt man obendrein noch an die Studentenmitbestimmung wird deutlich: der Student wird König! Diese Ausrichtung bringt mit sich, dass der Lehre die Hauptaufmerksamkeit, der Forschung bestenfalls die eventuell noch vorhandene Überschußkraft gelten würde. Auch wenn einem bei diesem Hofieren des Studenten doch etwas unbehaglich werden mag, ist einleuchtend, daß die künftige Bildungseinrichtung sich klar auf die Bedürfnisse der Bildungswilligen ausrichten müßte. Der Student muß zustimmen. Aber sollte er damit gleich direkt oder indirekt vorschreiben können, was die Bildungsanbieter für sinnvoll erachten sollen und demnach in ihrer Arbeit zu tun und zu lassen haben? Die Zunahme der Autonomie der Bildungseinrichtungen ist allerdings ohne Frage das A und 0 eines solchen Zukunftsmodells. Wenn der Staat bis auf seine eigentliche und originäre Aufgabe, die in der Vorgabe des Schulrechts als breitgefaßte Rahmenbedingungen ???gesundreduziert‘ würde, indem er aus den Bildungseinrichtungen zurückgedrängt würde, hätte das vielerlei positive Folgen. Es seien genannt:

Gründungsfreiheit, Lehr- und Prüfungsautonomie der Einrichtungen, Autonomie bei der Auswahl der Studenten, Entstaatlichung, Neutralisierung und Übergang der Gebäude in Zweckeigentum etc., innere Selbstverwaltung, innere Finanzautonomie u.a.m.. Bei der Bemühung um Schulfreiheit verhält es sich im wesentlichen gleichermaßen. Deshalb sei hier nicht noch einmal speziell darauf eingegangen. Unterstützung bekommt das Anliegen dieses Volksbegehrens durch ein anderes geplantes Volksbegehren mit dem Titel ‘Steuerfreiheit‘, weil mit diesem anvisiert ist, daß der Steuerzahler künftig selbst entscheiden können soll, welche gemeinnützigen Unternehmen an Stelle von max. 90% seiner Steuern er unterstützen will. Es wäre die Zunahme und Konsolidierung freier gemeinnütziger Bildungseinrichtung bzw. die schrittweise Entstaatlichung der staatlichen Einrichtungen zu erwarten. Derzeit unterstützt die ???Omnibus-Gemeinnützige GmbH für direkte Demokratie‘ eine Volksinitiative in Schleswig-Holstein zur ???Schule in Freiheit“, initiiert von der Aktion ???Mündige Schule‘, die in die oben beschriebene Richtung in Gang gesetzt wurde. Die dazu nötigen 20.000 Unterschriften wurden erreicht. Diese


 


Volksinitiative wurde aber behördlich für unzulässig erklärt. Nun soll sie vor dem Bundesverfassungsgericht verhandelt werden. Weiterhin wird ein von den bayerischen Studentenvertretungen unterstütztes Volksbegehren zur Reform der Hochschulen in Bayern mit den Schwerpunkten Autonomie und innere Demokratisierung unterstützt. Was diese Schwerpunkte im einzelnen bedeuten, geht aus der Beschreibung nicht hervor. Was der Terminus ???innere Demokratisierung“ im einzelnen hier bedeuten soll, wäre durchaus wert, kritisch hinterfragt zu werden. Volksbegehren zu den Themen Hochschul- und Schulfreiheit sollen in verschiedenen Bundesländern gestartet werden.

 

TERMINE 1999

1

ARCHE NOVA Werkstatt für Sozialkunst-Gestaltung und Biographiearbeit e.V.

 

Bundesallee 140 D-12161 Berlin, Tel. 851 46 24

 

Ø FREIES SOZIALKÜNSTLERISCHES JAHR 99/2000

Biographiearbeit/Schrelbwerkstatt/Sozialkunst-Gestaltung‘

Basisarbeit Anthroposophie.

Mo. — Do. 8 -13 Uhr. Bitte Info-Blatt anfordern.

 

Ø  11KUNSTLER FÜR MENSCHENRECHTE“

2 Info-Abende für Interessierte (Voranmeldung)

von Rainer Schnurre, Donnerstag, 19.8.99/19 Uhr

???Für das Recht auf Individualität“ Donnerstag 23 9 99/ 19 Uhr

???Für die Pflicht für die Rechte jeder anderen Individualität einzutreten“ Info-Broschüre anfordern.

 

Ø ???Vom autobiographischen Erlebnis zur Kurzgeschichte“.

Schreib-Workshop mit Ingeborg Woitsch.

Freitag, 1.Okt.99/19-21 Uhr

Samstag, 2.Okt.99! 10-13 Uhr, Anmeldung erbeten!

Tagung ???Geld und Arbeit in der sozialen Skulptur“

Veranstalter: Omnibus gGmbH

Der Omnibus für direkte Demokratie in Deutschland war ab 1987 sieben Jahre lang für die Einführung der Volksabstimmung unterwegs. Aus dieser Aktion bildete sich das Unternehmen Omnibus gGmbH. Sein Unternehmensziel, die Soziale Skulptur Deutschland, ist begründet in dem von Joseph Beuys entwickelten Erweiterten Kunstbegriff. Insoweit verstehen wir die Gestaltung unseres sozialen Organismus nicht als Politik, sondern als eine Frage der Kunst.

Notwendigerweise stößt man damit auf die Themen Geld und Arbeit, die alle Bereiche des Lebens betreffen. Unser alltägliches, in der Regel nicht hinterfragtes Verständnis von Geld und Arbeit ist die wohl wichtigste Gestaltungskraft unserer sozialen Ordnung. Deshalb bildet dieses Thema den Schwerpunkt der Tagung.

Gleichzeitig stößt man hier immer auch auf die Frage der Demokratie. Denn erst das Prinzip der Volksabstimmung gewährleistet, daß jede und jeder Gestalter des Sozialen Organismus werden kann. Und das ist die Grundbedingung der Sozialen Skulptur. Deshalb findet diese Tagung zusammen mit dem Landesverband Berlin von Mehr Demokratie e.V. statt.

 

Themen der Tagung:

“Geld und Arbeit in der Sozialen Skulptur“

 

“Vorstellung der Volksbegehren der Omnibus gGmbH“

(Volksabstimmung, Bürgerbeteiligung in der öffentlichen Finanzplanung, Freie Schule, neue Getdordnung, Nutzungsrechte statt Eigentum an Boden, etc.)

 

“Die Mission des Geldes und seine Befreiung durch das Ich»

(Wesen und Urbild des Geldkreislaufes, die heutige Deformation des Geldes, die Befreiung des Geldkreislaufes in der Sozialen Skulptur- wie können wir es anpacken?)

 

“Das Nadelöhr der Demokratie»

(Mehr Demokratie in Berlin und Vorstellung der anwesenden Initiativen)

 

7 -        Referenten der Tagung:

Brigitte Krenkers ???Kempten /Thomas Mayer ???Kempten /Johannes Stüttgen, Düsseldorf (sie sind Gesellschafter der Omnibus gGmbH)

 

Die Tagung findet statt von Freitag den 14.1.2000 19.30 Uhr bis Sonntag den 16.1.2000 14 Uhr

Ort der Tagung ist das “Haus der Demokratie“ ??? Greifswalderstr. 4 ??? 10405 Berlin

Information und Anmeldung:      “Mehr Demokratie “e.V.

Birgit Wolff

Greifswalderstr. 4, 10405 Berlin. Tel.: 030/ 20455855

 

Ende!

 

Gruß Paraneua-Bioeule!   www.kampfhundarealdez03.de.vu   www.nachtigallaktuell.de.vu   www.paraneuabioeuledez03.de.vu 



Datenschutzerklärung
Kostenlose Webseite von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!